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Klassische Musik
Klassik
 

... wie jetzt, Klassik?

1993 kam die Initialzündung in Form einer Klassik-CD, das war die berühmte Symphonie Nr.9 "Aus der neuen Welt" von Antonin Dvorak, gespielt vom Chicago Symphony Orchestra unter Sir Georg Solti.

Nie zuvor hatte ich mich mit klassischer Musik beschäftigt und verwechselte das wohl immer mit Barockklängen, die mir heute noch nicht gefallen. Aber hier, auf dieser Aufnahme, stimmte einfach alles: Der weiträumige Klang, die packende und mitreißende Musik, das hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

... muss bzw. kann man Musik "verstehen"?

Der große georgische Komponist Giya Kancheli verneint dies und meint weiter: "Es genügt wohl, einfach zuzuhören und ein wenig davon zu empfinden." Dem ist sicher nichts hinzuzufügen.

In diesem Sinn hab ich dann angefangen, mich mit Hilfe des FonoForum "Klassikführers" quer durch die klassische Musik zu bewegen und hab recht schnell festgestellt, dass das Barockzeitalter und auch das Zeitalter der eigentlichen Klassik nichts für mich ist. Damit ist die Musik von Haydn oder Mozart (mit Ausnahme seines Klavierkonzerts Nr. 20) und auch Opern/Operetten jeglicher Art nicht für meine Empfindungen gemacht.

Wenn man sich an diesem hervorragenden FonoForum-Buch orientiert, gliedert sich klassische Musik in
  — Barock
  — Klassik
  — Romantik
  — Moderne
Mein Feld sind ohne Zweifel die beiden letzten und daraus die reine Orchestermusik. Die Periode 1850 bis etwa 1950 hat so viel hervorragende Musik hervorgebracht, dass man damit ein ganzes Leben abdecken könnte.

Musik von Gustav Mahler, Bélà Bártòk...

... oder Dimitri Schostakovich (damit sind auch gleich meine Lieblingskomponisten genannt) ist oft anrührend, noch öfter aufwühlend, aber immer begeisternd. Anton Bruckners Symphonien, Bedrich Smetanas "Mein Vaterland" (das wesentlich mehr ist als nur 'die Moldau'), Hector Berlioz' "Symphonie Fantastique" - die Liste ist ellenlang.

Besonders spannend sind Interpretationsvergleiche, so hab ich u.a. meine drei absoluten Favoriten (Mahler - Symphonie Nr.5, "Sheherazade" von Rimsky-Korsakoff und das einzigartige "Konzert für Orchester" von Bártòk) auf mehreren CDs vorliegen.

Nehmen wir mal Mahler...die selbe Musik unter den verschiedenen Orchestern/Dirigenten ist für mein Gefühl mal unerbittlich (Chicago Symphony Orchestra/Georg Solti), total emotional (Concertgebouw Orchestra Amsterdam/Leonard Bernstein), kalt aber professionell (Symphonieorchester Frankfurt/Eliahu Inbal), berauschend (Berliner Philharmoniker/Claudio Abbado) oder auch hinreißend ausgewogen und somit - fast - alles gleichzeitig (Junge Deutsche Philharmonie/Rudolf Barshai).

... Besondere Klangerlebnisse

Diese Musik in Bits und Bytes auf CDs gepresst ist aber noch was anderes: nämlich ein wirklicher Prüfstein für HiFi-Anlagen, denn im Gegensatz zu dynamikarmer Rockmusik mit seiner fast immergleichen Lautstärke sind bei Klassik extreme Dynamiksprünge an der Tagesordnung. Genau dazu braucht man dann sein Equipment und wird nicht nur durch die Musik selbst, sondern auch durch ein atemberaubendes Klangerlebnis belohnt.

Im Laufe von mehr als 10 Jahren haben sich bei uns ca. 400 Klassik-CDs angesammelt, die auch oft laufen. Es gibt Stimmungen, da bringt Led Zeppelin einfach mehr, es gibt aber auch welche, in denen Rockmusik inhaltsleer erscheint. Ein Tanz auf zwei Hochzeiten gleichzeitig - und das macht durchaus Spass!