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Cliff Barnes & The Fear Of Winning / Gods At Work

Cliff Barnes & The Fear Of Winning / Gods At Work Spielzeit: 56:52
Medium: CD
Jahr: 2001

Externer Link: Cliff Barnes & The Fear Of Winning

Gemäss einer alten Tradition im Rockbusiness heißt natürlich keiner in dieser multinationalen, in Norddeutschland basierten Band Cliff Barnes.
Und wenn, hätte er sich umbenannt...wer will schon so heißen wie der Tölpel aus der 80er US-Soap-Opera "Dallas"? Eben.

Dafür sind die Leute von "Cliff Barnes & the Fear of Winning" offensichtlich aber echte Spassvögel und das ist ja auch mal was (angenehmes).
Man sehe sich nur mal die Angaben zur Besetzung an. Der Exil-Brite Robert Tijuana und seine Mitstreiter kochen hier ein ganz eigenartiges Süppchen aus relaxten Rockanleihen, Country, Rhythm'n'Blues, sogar etwas Flower Power und man glaubt es kaum, leichten Jazzeinlagen.

Die Platte groovt gleich gut los, das macht schon Spaß, dann übernimmt ein waschechter Country-Rocker ("Cold outside"), beide mit schön schweinischen Slides unterlegt. Wenn dann das easy dahinschleichende "News Tonite" läuft, fühlt man sich in selige Green On Red-Tage aus der "This Time around"-Phase versetzt, staubtrocken wie die Wüste in Süd-Arizona. Auch der Gesang ist dem von Dan Stuart zum verwechseln ähnlich.

Mit "Tried" gibt's einen weiteren Country-Rocker, als ausdrucksvolle Balladen vernimmt man "Orchard" und "Sally and Johnny".
Einen geilen Reißer hat die Platte mit "I Want Everything", ziemlich einfach gestrickt zwar, klingt wie die Reinkarnation der countryfizierten Stones Anfang der 70er, gepaart wiederum mit Dan Stuart-Gesang. Und GOR haben ja auch den Stones-Katalog abgearbeitet, hier schließt sich der Kreis. Wer bei diesem total entspannt dahingerotztem Song nicht mitgeht, sollte einen Arzt aufsuchen.

"Jerk Like Me" bringt dann die angesprochene Jazz-Anleihe, sehr witziger Text mit Sprechgesang, musikalisch absolut überzeugend. Livestimmung hier, wie auch auf dem letzten Song (obwohl beide nicht live aufgenommen wurden?) - eine ganze Platte fließt augenzwinkernd an einem vorbei.

Wer sich mal wieder aus einem "Down" mit Musik hochziehen möchte, liegt hier garantiert richtig. Und das, obwohl es sich um ein ernsthaftes Projekt handelt. Das hat einfach Klasse.

Die Produktion und auch der Klang sind grossartig, das Ganze wurde in nur knapp zwei Wochen in Osnabrück aufgenommen - es waren also "Gods at work" - das kann man oder man kann es nicht. Da könnten sich manche eine Scheibe dran abschneiden. Die CD, die mir vorliegt, hat ein wirklich schönes und aufwendiges Digipack (zweifach aufklappbar mit allen Texten!).
Zugreifen - und sich freuen!

— 20.1.2002

Titel:
01: Orange Juice
02: Cold Outside
03: News Tonite
04: Tried
05: Catastrophe
06: I Want Everything
07: Jimmy Jimmy Jump
08: Orchard
09: Family Song
10: Love You Too
11: Sally And Johnny
12: I Don't Believe It Will
13: Jerk Like Me
14: Baby's Not In Love