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Music was my first Love...
Alte Rockstars
 

...wir hatten Glück!

Verdammt viel Glück. Gerade früh genug geboren, um als Kinder noch mit den Anfängen britischer Popmusik unsere ersten Erfahrungen gemacht zu haben, und dann - immer noch Kinder, so vierzehn, fünfzehn Jahre alt, die Entstehung mancher Revolutionen begleiten zu können bzw. zu müssen.

Weder der Kultfilm "Easy Rider" noch das Musical "Hair" könnten einer anderen Zeit entstammen, zwischen 1965 und 1970 brachte die Revolution aus Musik, Haaren und vor allem politischem Erwachen der Jugend - die sogenannte "Gegenkultur" - soviel Veränderung in der westlichen Welt wie keine Zeit zuvor...

Die gewaltsame Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 (Angst), Woodstock 1969 (ungläubiges Kopfschütteln), Vietnam-Krieg schon seit Jahren (weniger Angst, weil weit weg - aber mit Mao-Demos auf Deutschlands spiessbürgerlichen Strassen). Und Musik, die aufrührte, die anrührte, die Wut erzeugte, die Glück erzeugte...

...wir hatten Pech!

So früh geboren, dass wir heutzutage gerne etwas jünger wären, mit den Haaren sind auch die Jahre immer kürzer geworden, es scheint, die Zeit versteckt sich vor uns...aber trotzdem sind uns die Erinnerungen an die Anfänge des Rock aller Ehren wert. Zu unserer Beruhigung (?) sind aber viele unserer ehemaligen 'Helden' mindestens eine Dekade älter ;-).

Janis Joplin, Jimi Hendrix und Steve Marriott sind schon lange tot. Duane Allman, Jim Morrison, John Lennon, John Bonham, Phil Lynott und... und... Also kann das Motto nur noch lauten: Kopf weiterhin hoch halten!

Die Anfänge...

Manfred 1970 Wie bei den meisten Biographien von Leuten meines Alters war auch ich jemand, der begeistert Fussball gespielt hat. Bis ich 1966 im zarten Alter von 11 Jahren Satisfaction von den Rolling Stones das erste mal hörte, das damals eigentlich schon uralt war: Nämlich aus dem Vorjahr...

Da war's um mich geschehen. Es war die Hohezeit des britischen Pop mit den Beatles, Manfred Mann, den Animals und auch aus den USA kamen solche Klänge...Mony Mony von Tommy James & the Shondelles etwa, The Letter von den Box Tops, die Sachen der Hippies aus San Francisco und Hunderte anderer heute noch unvergessener Songs. Eine nicht mehr endend wollende Entdeckungsreise. Wir waren alle wie ein kleiner Columbus, zwar ohne Schiff, aber mit Radio...

Und dann änderte sich innerhalb kurzer Zeit alles, die Grenzen zerflossen, mal subtil, mal heftig. Die Musik wurde aufgerauht, aus harmlosem Pop wurde Rock - und plötzlich waren da Cream, Taste, die Doors, Led Zeppelin, Free, Grand Funk und was weiß ich wer alles.
Natürlich weiß ich wer alles, aber ich kann die ja nicht alle aufzählen... auf alle Fälle hatten die Stars lange Haare (die wir gegen - zum Glück eher schwachen - Widerstand der Eltern auch haben wollten und so kam es dann auch). Eine Zeit, als wohl jeden Monat Hammer-LPs auf den Markt kamen, die man heute zu recht als absolute Klassiker bezeichnet.

Klangteppiche...

Musik hat ja auch was mit ihrer Wiedergabe zu tun, und war es im Sommer 1969 fast selbstverständlich, die alten Neckermann-Wohnzimmerradios auszuschlachten und sich Boxen mit den rausoperierten Lautsprechern zu bauen. 1970 zur Konfirmation dann dazu das erste Stereo-"Steuergerät" - das war schon exotisch, auch wenn es nur von "Quelle" war. Mono war nämlich der übliche und alltägliche Abhörzustand bei mir und meinen Freunden. Aber nun endlich: Stereo. Das hat mich fasziniert, seit ich ein Jahr früher die Valentyne Suite von Colosseum unter einem Kopfhörer in Zweikanaltechnik hören konnte. Und seitdem war ich - wie könnte es anders sein - auch ein Freund von Stereoanlagen. Musik und die Geräte, sie zu hören, wurde ein einziges Anliegen.

Sansui Receiver 2000 von 1971Dual 1219 Plattenspieler von 1971

Als Sticky Fingers der Stones 1971 veröffentlicht wurde, hab ich die bei einem Bekannten, der etwas älter war, zum ersten Mal gehört. Der hatte sich von seinem Bundeswehrentlassungsgeld Geräte gekauft, die ich von diesem Moment an angehimmelt hatte, ohne mir sowas leisten zu können: Ein Receiver "Model 2000" von Sansui mit passenden Boxen und einen Plattenspieler, bei dem der Tellerdurchmesser so groß war wie eine LP selbst..."Dual 1219". Was für ein Traum damals, unvorstellbar, während die deutschen Hersteller die Technik noch im Biedermeierstil von Gelsenkirchener Barock versteckten! Das hier war passend zu unserer Musik eine ganz andere Welt...

Als dann selbstverdientes Geld ins Spiel kam (und die Oma großzügig was dazugab), war eine Entscheidung wohl zwangsläufig: Solche Geräte müssen ins Haus und 1973 war ich dann stolzer Besitzer eines Thorens Plattenspielers TD-165 und eines Pioneer-Receivers SX-525 (beide am damaligen Standard gemessen hervorragende Geräte) - und unfassbar: Der Receiver läuft im Arbeitszimmer nach so langer Zeit immer noch ohne Probleme!

Thorens Plattenspieler Modell TD-165 von 1973Pioneer Receiver SX-525 von von 1973

Im Laufe der Jahrzehnte sind eine Menge Stereoanlagen durch unsere Finger gegangen. Marantz, Kenwood, Luxman und was sonst so alles an schweren Geräten angesagt war. Nie etwas aussergewöhnlich teueres (von einem Sansui Receiver 9090DB, der 1978 die unglaubliche Summe von 2700 DM kostete und einem von der Fachpresse gepriesenem, für uns trotzdem klanglich total enttäuschendem, weil irgendwie nervig, fast schrill klingendem Accuphase Verstärker E-206 von 1985 mal abgesehen).

Selbst heute bleiben wir gerne preislich moderat, aber gut und solide müssen die Geräte sein und der Klang muss uns zufriedenstellen. Da gibt's auch für relativ wenig Geld entsprechende Geräte. Aktuell betreiben wir einen CD Player an einem wohl puristisch zu nennendem Vollverstärker und 2 wirklich guten Lautsprechern (Boxen wäre zu wenig gesagt...), alles zusammen gerademal 4000 € teuer (bzw. billig). Wen's interessiert: Verstärker Vincent SV-233, HDCD-Player Vincent CDS-1 und Lautsprecher B&W CDM-7SE.

Natürlich haben wir auch einen DVD-Video-Player, aber Videos sind nun mal im Gegensatz zu Musik nicht unsere Welt... das Ding wird fast nie benutzt...