Willkommen
Albuquerque, New Mexico

Albuquerque ist die grösste Stadt in New Mexico, liegt etwa 100 km südlich von Santa Fé in 1600 m Höhe und ist von Bergmassiven malerisch umgeben, wobei der auf der Ostseite liegende Sandia Peak über 3000 m hoch ist. Dieser beeindruckende Berg ist ganzjährlich von Schnee bedeckt, auch im Sommer wenn es unten in der Stadt bis zu 40 Grad heiss ist.

Die Temperaturunterschiede vom Morgen zur Nacht können in Albuquerque bis zu 25 Grad betragen! Als wir spät abends auf dem Interstate 40 in westlicher Richtung an die Stadt herankommen macht uns Bruce auf ein erstes Highlight aufmerksam: Wir blicken in die hellerleuchtete Route 66, die hier Central Avenue heisst und durch das Herz der Stadt verläuft.

Route 66 Route 66

Wir werden zwei Tage und drei Nächte in dieser tollen Stadt bleiben und wohnen bei einem der herzlichsten Menschen, die wir kennen: Bruce's Mutter Velma (die uns schon 1986 in Deutschland besucht hat) und ihrem Mann Lee. Ihre Gastfreundschaft ist kaum in Worte zu fassen, wir werden ganz selbstverständlich ins Haus aufgenommen und auch richtig bemuttert.

Nachtrag 2005: Velma ist leider am Anfang des Jahres nach schwerer Krankheit verstorben. Wir werden sie nie vergessen - welch herzensguter Mensch sie war.

Velma Engel Albuquerque Albuquerque

Am nächsten Tag erkunden wir die Gegend, fahren zuerst einmal in die Sandia Mountains, um über die Stadt blicken zu können. Es ist leider stark bewölkt, das hat aber auch seinen Reiz, die Wolken hängen tief und verdecken so die Bergspitze. Die Einheimischen sagen, dass dies ein seltener Anblick ist.

Sandia Peak Sandia Peak

Danach besuchen wir die Schwester von Velma und ihren Mann, die zwar schon in Rente sind, aber immer noch originalen Indianerschmuck verkaufen, den sie selbst hergestellt haben. Wir finden ein paar sehr schöne Stücke, zudem bekommen wir einen absolut fantastischen Preis, etwa ein Drittel des Marktwertes!

Als nächstes steht der berühmte Rio Grande auf dem Programm, wir hatten ihn uns grösser vorgestellt, aber jetzt im Winter vor der Schneeschmelze führt er nicht viel Wasser. Aber was für ein Gefühl: Wir sind am Rio Grande!

Rio Grande Rio Grande

Nun geht's in die Old Town. Das Herzstück von Albuquerque und auch die legendäre Route 66 läuft direkt durch. Hier gibt es viele indianische Geschenkläden (Trading Posts genannt), der Chili hängt in Massen an den Balkonen der Häuser, die Atmosphäre ist entspannt, die Zeit scheint stillzustehen.

Eine nachgestellte Schiesserei wie im Western gibt's auch, aber die sehen wir uns nicht an, wir besuchen stattdessen die älteste Kirche New Mexicos: San Felipe de Neri, die gerade renoviert wird und deshalb leider von Baugerüsten umstellt ist.

Old Town Emphorium Albuquerque Albuquerque

Nun drehen wir eine Runde rund um das Gebiet der Old Town und sehen eine Menge schöner Ranches, aber der Hunger ruft, und obwohl es in Old Town eine Menge Restaurants gab, fahren wir über die Route 66 ostwärts und finden bald auch etwas entsprechendes: Das 66 Diner, das sich in einer umgebauten Phillipps 66 Tankstelle befindet.

Es ist brechend voll, ich ordere einen Tisch für 6 Personen, während die anderen auf dem Parkplatz Runden drehen. Hier ist alles im Stil der US 66 und den 50er Jahren aufgemacht, es gibt tolles Essen. Obwohl die Speisekarte Gerichte darbietet, die sich wie Fast Food anhören, ist es alles andere als das: Wir alle sind von den Sloppy Joe's überrascht, die Pommes dazu wie hausgemacht mit ihrer Schale drum, alles einfach köstlich.

Die Bedienungen sind weiblich, die Köche männlich und wir können uns ein Schmunzeln nicht verkneifen:
Über der Küche hängt ein Schild, das verkündet: Danger, Men cooking

66 Diner 66 Diner

Später gehen wir in einen Supermarkt, in dem es alles nur in Riessengrössen gibt, z.B. Wein in 9 (!) Liter Flaschen oder auch Schokolade in 2,3 kg (!) Tafeln. Alles Markenware, irgendwie unfassbar für uns Europäer.

Am Abend sind wir bei Joel auf eine Party eingeladen, jemand den wir auch lange Jahre kennen, da auch er in Deutschland stationiert war, am nächsten Tag sehen wir auch Sue wieder, sie war damals mit Joel verheiratet, es war einfach toll, all diese Leute wieder zu sehen, ebenso wie Jean vorgestern in Alamogordo.

Sams Sue Joel Felton

2. Tag in Albuquerque: Wir finden uns auf der Historic Route 66 wieder, gehen in einer Mall und in einem grossen, das heisst riesengrossen Sportgeschäft einkaufen und fahren noch mal in die Sandia Mountains, wo uns Bruce die Häuser der Reichen zeigt.

Eine dieser Villen stand zum Verkauf mit allem Drum und Dran, das man sich nur vorstellen kann, Panoramablick über die Stadt eingeschlossen, war es preiswert: $240.000, (in deutscher Kaufkraft ca. 100.000 Euro, man kann nicht den Umrechnungskurs benutzen), also weniger als zum Preis eines kleinen Einfamilienhäuschens hierzulande.

Sandia Mountains Sandia Mountains Sandia Mountains

Velma lädt uns ein, im Yesterdaves, einem klassichen Hamburgerresaurant wieder im Stil der 50er essen zu gehen. Und der Laden hat's in sich: Vom Elvis-Anzug bis zu Originalgitarren diverser Rockstars oder auch Wahnsinnsmotorräder, hier fühlt man sich sofort wohl.

Die Hamburger sind natürlich nicht das, was man von den bekannten Ketten kennt, sondern wieder unheimlich gut und groß, alles mit viel Liebe gemacht, einfach köstlich. Wenn man das mal gegessen hat macht man um die Bratanstalten, deren Name mit "M" anfängt (und auch deren direkte, ebenso schlechte) Konkurrenz einen grossen Bogen...

Eine Besonderheit im Yesterdaves, na ja, ein Spass war, dass man von der Männertoilette kam und innen an der Tür dann "Girls" stand, man war etwas verunsichert, ob man nicht in der falschen Toilette landet...auf der Damentoilette dann das umgekehrte Spiel: Dort stand innen an der Tür eben "Guys", die Mädels waren genauso verunsichert wie wir Jungs...es war einfach Spass dort zu sein.

Yesterdaves Yesterdaves Yesterdaves

Dies sind leider nur die gröbsten Eindrücke aus Albuquerque, am Abend trinken wir bei Velma in gemütlicher Runde noch ein paar Bier und stellen uns auf die rund 900 km ein, die am nächsten Morgen zwischen uns und dem Grand Canyon liegen.

Albuquerque, was für ein angenehmer Ort, hier würde ich leben, wenn ich das denn könnte... für alle, die es nicht kennen, kann es nur heissen: Tut euch selbst einen Gefallen und BESUCHT DIESE STADT... vor allem die vielen, die eine Route 66 Tour buchen, sollten hier ausgiebig Station machen.