
Tucson liegt im Südosten Arizonas am Rand der Sonorawüste mit sonnig warmen Klima im ganzen Jahr. Die Stadt liegt in ca. 700 m Höhe in einem Plateau und ist malerisch von den Santa Catalina, Rincon und Tucson-Bergen umgeben. Unser Freund Bruce wohnt hier und arbeitet auf der Davis Monthan Air Force Base.
Die Stadt war sozusagen unsere Heimatbasis. Sie beherbergt eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, so etwa die Old Tucson Filmstudios, das Sonora Desert Museum und wird im Osten und Westen von den beiden Saguaro Nationalparks begrenzt. Tucson hat etwa 450.000 Einwohner.
Das grosse, bungalowartige Haus von Bruce, unsere perfekte Herberge, liegt mitten in einem Neubaugebiet namens Rita Ranch. Sein Pickup Truck ist nichts weniger als ein 350 PS 7,3 Liter Hubraum-Monster.
Am Tag nach unserer Ankunft haben wir erstmal eine Mall besucht, (es gibt mehrere) ein Einkaufszentrum mit vielen kleinen, zum Teil exklusiven Geschäften. Danach durch den Verkehr auf der Suche nach Futter. Bruce hat dieses 5 and Diner vorgeschlagen. Als die bestellten " Tennessee-Burger" dann kamen haben wir alle erst mal die Augen gerollt: Die Dinger waren nicht nur extrem gut, sondern auch gigantisch gross!
Dieses Schnellrestaurant ist ganz im Stil der 50er Jahre aufgemacht, das schliesst die Bekleidung der Bedienungen mit ein. Dieser Stil sollte uns in den folgenden Tagen in anderen Staaten nochmal begegnen. Auch die Freundlichkeit des Personals ist uns wieder sofort aufgefallen.
Am 2. Tag, nachdem wir unseren Mietwagen für die grosse Tour abgeholt hatten, war mal eine weitere Attraktion angesagt: Old Dust Town, im Stil der 1880er Jahre, es sieht tatsächlich alles so aus wie im Wilden Westen, die Vorführung einer Schiesserei inklusive. Die haben wir aber leider verpasst, dafür haben wir die wohl besten Steaks unseres Lebens bekommen. Im Pinnacle Peak war kein Platz mehr, also haben sie uns in den dazugehörenden (auch) brechend vollen Saloon verfrachtet. Das Essen war göttlich, in Steaks macht den Amerikanern wohl keiner was vor!
Nach unserer Rückkehr von der Rundreise durch den Südwesten verbringen wir noch eine Woche in Tucson und Umgebung, unter anderem besuchen wir die Berge, (und dort den Coronado National Forest - da gibt es aber Kakteen statt Bäume), die Tucson umschliessen und einen perfekten Blick über die Stadt gewähren.
Obwohl wir keine Waffenliebhaber sind, lassen wir uns das Schiessen nicht entgehen. Am Tag vor unserer Abreise packt Bruce eine Menge seiner Waffen ein und wir fahren hinaus in die Wüste, nahe des Staatsgefängnisses um zu schießen. Schußwaffengebrauch ist in Arizona natürlich erlaubt, solange man sich nicht in einem Stadtgebiet aufhält, innerhalb der "City Limits" ist es strafbar.
Der Platz, an dem wir schießen ist vergammelt, ein altes, total durchlöchertes Auto steht auch da rum. Wir zielen auf Milchkartons und ähnliches. Erst mal die Pump-Gun, dann den 45er Colt gefolgt von einem 44er Revolver. Der hat einen Rückschlag, daß einem nach vier Schuß schon das Handgelenk wehtut. Oh ha! Ein 22er Gewehr mit Zielfernrohr ist dann leichter zu schießen, aber man muß erst mal was im Fernrohr erkennen.
Manche von uns haben sogar mal getroffen, pures Können (...pures Glück trifft eher zu) Etwas entfernt hört man Maschinengewehrfeuer und Bruce sagt uns, daß dort die Polizei übt...